SCHAFHOF – EUROPÄISCHES KÜNSTLERHAUS OBERBAYER
 
 
 
 

Raumfalten Origami in der Bildenden Kunst 29. August 11. Oktober 2015 (im EG bis 18.10.)
Künstler: Tomoko Fuse - Japan und Heinz Strobl - Deutschland

Raumgestaltung und Raumdarstellung sind eine der grundlegenden Aufgaben der bildenden Kunst. Die skulpturale Bearbeitung von Material im Raum und die illusionistische Darstellung von Räumen in der Malerei und Grafik versuchen auf unterschiedliche Weise, dem Begriff und der menschlichen Erfahrung von Raum Gestalt zu verschaffen.
Eine Möglichkeit, die Fläche und den Raum zu verbinden, ist die Erschaffung von Raum durch das Brechen und Zusammenfügen einer Fläche. Exemplarisch und in kontemplativer Einfachheit geschieht das beim Falten von Papier. Eine einzige meist homogene Fläche wird derart strukturiert, dass aus ihr dreidimensionale Objekte und Räume entstehen. Dies kann man natürlich auch bei den bekannten Faltformen des traditionellen Origami beobachten.
Eine Eigenschaft dieser Kunst wird allerdings bei der durchdacht konzeptionellen und oft abstrakten Verformung von Papier im Raum sichtbar: der Aufbau von Raum, seine Struktur und seine Wahrnehmung durch den Menschen wird im schrittweisen Prozess des Faltens nachvollziehbar und offensichtlich.

 
   
 
 
 
 
 
 
 
  Tomoko Fuse gilt als die wohl bedeutendste Künstlerin des Origami. Das Werk der Japanerin ist äußerst innovativ und erfindungsreich.
Tomoko Fuse  
 
Foto Bungartz - Freising
 
 
 
 
 
 
 
 
Ich strukturierte meine Arbeiten so, dass sie sich dem Raum anpassen. Jedes Stück ist in meiner Infinity Folding Technik gefaltet.
Die Formen werden kreisförmig, gestreckt und gebogen auf dem Boden zu Landschaften ausgelegt. In dieser Ausstellung geht es mir in erste Linie nicht darum Origami Modelle zu zeigen, sondern den Raum zu gestalten.

Mit der Strömung des Wassers, Wellen, Strudeln und den Strömen der Luft im Kopf überlegte ich mir diesen Plan: „Das wird ein japanischer Steingarten aus Papier.“ (TF)

 
           
    Von schier unendlicher Vielfalt und atemberaubender Raffinesse sind die Gestalten in dritter Dimensien, die Tomoko Fuse zweidimensionalen Papierbögen entlockt. Tatsächlich: ein Umschlagen der Dimension, Verwandlung. Origami, japanisch: Papierfalten, heißt diese Kunst. Hervorgebracht durch Operationen der Hand wie Knicken, Falten, Drehen, Wenden; gereiht, gespiegelt; wiederholt, in wechselnden Rythmen, genau geordnet. Keine Hilfsmittel. Eine Schule der Genauigkeit, Übung und Invention. Immer: ein Spiel der Geometrie und Proportion.
Eine besondere Vorliebe Tomoko Fuses scheint der spielerischen Überschreitung achsen- bzw. rotationssymetrischer Geometrien zu gelten - progressive bzw. spiralförmige Geometrien nehmen einen großen Raum in ihrem derzeitigen Werk ein. Entsprechend kreisen, winden, schrauben sich ihre Volumen empor, spielen auf gewohnte Figuren an, zeigen ihnen dann eine lange Nase und entfalten eine ihnen ganz eigene, in sich kreisende Schönheit. Obwohl immer abstrakt und nie Nachbildung der Natur, erinnern sie an Naturgebilde und damit an die von Deleuze in Anlehnung an Leibnitz entwickelte Feststellung, die ganze Schöpfung sei: Falte. (Florian Aicher)
 
           
 
 
Foto Bungartz - Freising
 
   
   
   
   
   
 
 
 
  Heinz Strobls "knotologische Forschungsarbeit" führt in ein ganz persönliches Universum. Seine systematischen Papiermodule vermitteln einen nahezu wissenschaftlichen Eindruck. Sie entstehen allerdings völlig zweckfrei und sind ausschließlich sich selbst verpflichtet.
Heinz Strobl  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Mich fasziniert, wie durch streng restriktiver Wiederholung von z.B. Quadraten, bemerkenswerte Formen entstehen. Ihre Ästhetik resultiert aus einfacher oder komplexer geometrischer Ordnung. Sie erschließt sich aber auch dem mathematisch unbefangenem Betrachter. (HS)

 
Foto Bungartz - Freising
 
   
   
   
   
   
   
   
 
 
 
SCHAFHOF – EUROPÄISCHES KÜNSTLERHAUS OBERBAYERN
  Das Europäische Künstlerhaus Oberbayern im ehemaligen Schafhof liegt am Stadtrand von Freising im Großraum München. Der naturnahe Standort, die außergewöhnliche Architektur und das vielfältige kulturelle Angebot machen den Schafhof zu einem Zentrum zeitgenössischer Kunst und einem beliebten Ausflugsziel. Das „Café im Schafhof“ bietet unseren Besuchern zusätzlich einen kulinarischen Service bei schönster Aussicht in kreativer Umgebung. Träger des Künstlerhauses ist der Bezirk Oberbayern.

Der Schafhof wurde 1819/ 1820 im Auftrag von König Max I. Joseph als Stall für die königliche Merino-Schafherde errichtet. Bauherr war Maximilian Schönleutner. Von 1994 bis 2002 führten der Bezirk Oberbayern und das Bayerische Nationalmuseum den Schafhof als landwirtschaftliches Museum. Am 10. Juli 2005 wurde der Schafhof als europäisches Künstlerhaus Oberbayern wiedereröffnet.

 
 
 
 
 
   
 
   
   
   
 
   
Foto Bungartz - Freising
   
   
   
   
 
 
 
 

Schafhof - Europäisches Künstlerhaus Oberbayern
Am Schafhof 1
85354 Freising
Telefon: 08161/146231
Fax: 08161/146268
Email: info(at)schafhof-kuenstlerhaus.de

www.http://schafhof-kuenstlerhaus.bezirk-oberbayern.de
 
 
 
Leitung Schafhof Eike Berg
  eike.berg@bezirk-oberbayern.de
Kuratoren der Ausstellung RAUMFALTEN Fritz Dettenhofer (Galerie 13, Freising) und Paulo Mulatinho, Freising
Gestaltung/Site Paulo Mulatinho